Wann solltest du dich für Restorative statt Yin Yoga entscheiden?

Wann solltest du dich für Restorative statt Yin Yoga entscheiden?

Durch: Josefine - Superyoga

Es gibt viele verschiedene Arten von Yoga. Eigentlich gibt es für jeden Moment und jedes Bedürfnis einen passenden Yogastil. Manchmal ist vielleicht noch nicht ganz klar, welche Arten es gibt und was sie genau beinhalten. Yin Yoga ist beispielsweise ein Stil, der in vielen Yogastudios und Fitnessstudios als entspanntere, ruhigere Form des Yoga angeboten wird. Manchmal kann man auch Restorative-Kurse besuchen, deren Name schon sagt, worum es geht: ein ruhiger Stil, der sich auf die Erholung konzentriert. Was genau ist der Unterschied zwischen Yin und Restorative, und wann wählt man welchen Stil?

 

Yin Yoga

Yin ist der weibliche Teil im Yin-Yang-Gleichgewicht, der sich auf Entspannung, Hingabe und Ruhe konzentriert. Dies spiegelt sich auch in diesem Yogastil wider. Durch tiefe Dehnungen, die über einen längeren Zeitraum gehalten werden, entsteht Raum in den Muskeln und tieferen Schichten des Körpers, wie dem Bindegewebe und den Gelenken. Die meiste Zeit bleibst du „still” in der Position; nachdem du die Haltung eingenommen hast, bewegst du dich nicht mehr und gibst dich der Pose hin. Das kann entspannend wirken, aber manchmal auch herausfordernd sein. Es ist nie beabsichtigt, dass du Schmerzen empfindest, aber körperliche Beschwerden können in einer Yin-Sitzung durchaus auftreten. Außerdem kann es sein, dass Emotionen freigesetzt werden, die im Körper gespeichert sind und durch die körperliche Dehnung Raum bekommen. Die Atmung ist ein zentraler Bestandteil jedes Yoga-Stils, und auch im Yin unterstützt sie dich enorm, wenn du auf körperliche oder emotionale Herausforderungen stößt. Die festsitzende Energie kann besser fließen, die Durchblutung wird angeregt und so entsteht mehr Raum im Körper. Yin kann helfen, Ihren Stresslevel zu senken, macht Sie flexibler, bringt Sie zurück in Ihren Körper und lehrt Sie, mit dem, was ist, präsent zu sein.

 

Restorative Yoga

Genau wie Yin Yoga ist Restorative Yoga ein langsamer, ruhiger Yogastil. Auch hier bleibst du für längere Zeit in einer Haltung, der du dich vollständig hingibst. Der größte Unterschied zu Yin besteht darin, dass du in einer Restorative-Sitzung nicht nach den Grenzen des körperlichen oder manchmal auch mentalen Unbehagens suchst. Der Fokus liegt nicht auf tiefen Dehnungen, sondern auf tiefer Entspannung und völliger Hingabe. Beim Yin werden regelmäßig Yoga-Hilfsmittel wie ein Yogakissen und Yogablöcke zur Unterstützung verwendet, und beim Restorative Yoga ist dies noch wichtiger. Sie suchen eine Position, in der Sie gar nichts tun müssen und vollständig gestützt werden. Restorative Yoga ist eine sanfte, therapeutische Form des Yoga, mit der Ihr parasympathisches Nervensystem aktiviert wird. Dies ist der Teil Ihres Nervensystems, der sich auf Erholung und Verdauung konzentriert. Für ein gesundes Gleichgewicht in Ihrem Nervensystem ist es wichtig, dass Sie nach Stress oder Aktivierung wieder in diesen Ruhe- und Erholungsmodus zurückkehren können. Während Yin-Posen einige Minuten lang gehalten werden, kann eine Haltung in einer Restorative-Yoga-Sitzung bis zu einer Viertelstunde dauern. Auf diese Weise haben Sie Zeit, sich vollständig an die Unterstützung zu gewöhnen, sich in die Haltung zu senken und zu einer tieferen Entspannung zu gelangen.

 

Wann sollte man sich für Restorative entscheiden?

Aufgrund seiner Sanftheit für das Nervensystem eignet sich Restorative Yoga gut, wenn Sie viel Stress erleben oder eine sehr stressige Zeit hinter sich haben. Ihr Körper kann dann manchmal nicht mehr aus dem Kampf-oder-Flucht-Modus herauskommen und bleibt ständig „angespannt”. Bei Burn-out, starken Ängsten, Schlafstörungen oder für sehr empfindliche Menschen kann Restorative Yoga daher eine Lösung sein. Eine einzelne Stunde wird das Problem nicht lösen, aber diese Form des Yoga belastet das System nicht weiter und kann dabei helfen, die Entspannung wiederherzustellen. Auch wenn Sie nicht so sehr unter Überreizung oder Stress leiden, kann eine Restorative-Sitzung sehr angenehm sein. Sie versetzen sich in einen Zustand tiefer Hingabe mit Unterstützung, die im Alltag oft kaum noch gesucht wird.

 

Tipps für eine Restorative-Yoga-Sitzung

Ausreichende Unterstützung

Bei Restorative Yoga kann man nie genug Hilfsmittel haben. Nützliche Accessoires, die man zur Hand haben sollte, sind:

  • Yogadecke(n)
  • Yogablöcke
  • Yoga-Bolster
  • Eventuell ein Yogagurt, ein Meditationskissen oder ein Augenkissen für zusätzliche Entspannung

Tipp: Wenn Sie keine Bolster, Kissen oder Blöcke zur Verfügung haben, können Sie Yogadecken aufrollen und in die richtige Form falten. Stellen Sie in diesem Fall sicher, dass Sie mehrere Decken zur Hand haben, damit Sie eine davon auch zum Warmhalten verwenden können.

 

Wo kann ich mich noch etwas mehr entspannen?

Diese Frage können Sie sich während der gesamten Sitzung stellen. Wenn Sie sich in einer Haltung befinden und noch irgendwo Verspannungen spüren, können Sie nach Möglichkeiten suchen, auch dort Entspannung zu finden. Zusätzliche Hilfsmittel, ein tiefer Seufzer, Ihre Aufmerksamkeit darauf richten. Die Ruhe in Ihrem Nervensystem steht im Mittelpunkt.

 

Nehmen Sie sich Zeit

Nehmen Sie sich für alles Zeit: für das Einnehmen und Verlassen der Positionen, für das richtige Platzieren der Yoga-Hilfsmittel und dafür, es sich ganz bequem zu machen. Nehmen Sie sich aber auch Zeit, um sich an die Stille zu gewöhnen, an das Nichtstun. Wenn Sie viel „unterwegs” waren, ist es logisch, dass sich ein solcher Moment der völligen Ruhe nicht sofort ruhig anfühlt. Es kann sein, dass Ihr Kopf unruhig wird oder Ihr Körper unruhig wird. Versuchen Sie, damit zu leben, die regenerativen Posen helfen Ihnen, diese Anspannung allmählich abzubauen.

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