Bandhas und Yoga

Bandhas und Yoga

Durch: Cerise - Superyoga

Bandha ist ein bekannter Begriff im Yoga und wird größtenteils von erfahrenen Yogis angewendet. Das liegt daran, dass dafür ziemlich viel Disziplin und Bewusstsein für den eigenen Körper erforderlich sind. Das Wort Bandha stammt aus dem Sanskrit und hat nicht nur eine tiefe Wirkung auf unseren physischen Körper, sondern auch auf die Chakras.

Was ist die wörtliche Übersetzung von Bandha?

Bandha bedeutet wörtlich Verschluss auf Sanskrit. Das Wort Verschluss bezieht sich auf die Funktion eines Bandhas, und zwar das Verschließen der Prana (Lebensenergie), die in den Körper gelangt ist.

 

Was sind Bandhas?

Bandhas sind Verschlüsse im Körper, die durch die Praxis von Yoga und Pranayamas (Übungen zur Steigerung deiner Lebensenergie) erzeugt werden können. Durch das Ausführen von Yoga und Pranayamas werden verschiedenste Prozesse in unserem Körper in Gang gesetzt. Auch die Atmung wird reguliert, was für die Freisetzung von Prana in unserem Körper sorgt.

Die Energie, die durch die Yogapraxis in unserem Körper freigesetzt wird, hat eine sehr positive Wirkung auf unsere Gesundheit und unser Energielevel. Mit diesem Wissen ist es keineswegs abwegig zu denken, dass es sehr förderlich ist, diese Energie im Körper zu halten.

Während der Ausführung wird der Atem meist angehalten. Zusammen erzeugen sie einen stärkere Energiefluss durch den Körper.

 

Was sind die Funktionen der Bandhas?

Die Funktion der Bandhas besteht darin, das aufgebaute Prana in unserem Körper zu bewahren. Dadurch werden verschiedene Muskeln und Organe stimuliert.

Wir haben in unserem Körper sechs Schließmuskeln, die jeweils ein Organ verschließen. Einige Schließmuskeln können wir selbst steuern, indem wir sie gezielt anspannen oder entspannen. Denke hierbei zum Beispiel an deine Blase: Um Wasser zu lassen, musst du diesen Schließmuskel „bewusst“ loslassen. Man könnte also sagen, dass die Schließmuskeln die Funktion haben, die Öffnungen der Organe zu bewachen. Unter diesen sechs Schließmuskeln gibt es drei, die wir anspannen können, wodurch es möglich ist, den Effekt der Bandhas zu erzeugen.

 

Was sind die vier Bandhas?

Die vier Bandhas sind verschiedene Stufen, bei denen bei jedem Verschluss ein bestimmter Schließmuskel angespannt wird. Du führst sie zuerst unabhängig voneinander aus. Sobald du sie einzeln gut beherrschst und schon längere Zeit praktizierst, kannst du das Maha Bandha ausführen. Dies sind die drei Verschlüsse gleichzeitig.

Mula Bandha

Mula Bandha bedeutet Wurzelverschluss. Mula Bandha befindet sich im Bereich der Beckenbodenmuskeln. Diesen Energieverschluss aktivierst du zum Beispiel, indem du Urin und Stuhl anhältst; damit trainierst du das An- und Entspannen des Schließmuskels. Mula Bandha hat eine Verbindung zum ersten Chakra. Die Anwendung dieses Bandhas sorgt für Stabilität und Kraft.

Uddiyana Bandha

Uddiyana Bandha befindet sich auf Höhe des Zwerchfells und bedeutet auch Zwerchfellverschluss oder auch Bauchverschluss. Dieser Verschluss wirkt nach oben und sorgt dafür, dass die Lebensenergie zum nächsten Verschluss aufsteigt. Der Zwerchfellverschluss wirkt hauptsächlich auf den Bauchbereich, die Bauchmuskeln und die Organe in dieser Region. Außerdem hat dieser Verschluss eine Verbindung zum dritten Chakra.

Jalandhara Bandha

Jalandhara Bandha bedeutet Kehlverschluss und befindet sich etwa auf Höhe des Nackens. Jalandhara Bandha ist der Verschluss, in dem das aufgebaute Prana gehalten wird. Bei diesem Verschluss wird hauptsächlich im Halsbereich gearbeitet, sowohl an den Muskeln als auch an den Nerven. Auf deine Kehle kann Jalandhara Bandha ebenfalls Auswirkungen haben. Daher die starke Verbindung zum fünften Chakra.

Maha Bandha

Wenn es dir gelingt, alle drei Schließmuskeln anzuspannen, sprechen wir von Maha Bandha. Um Maha Bandha erreichen zu können, ist es wichtig, dass du alle drei Schließmuskeln unabhängig voneinander verschließen kannst.

 

Was sind die Vorteile der Bandhas?

Die Vorteile der Ausführung der Bandhas bestehen darin, dass du in der Lage bist, das aufgebaute Prana (Lebensenergie) in deinem Körper zu speichern. Die Ausführung erfordert allerdings einiges an Disziplin und Yoga-Erfahrung. Wenn es dir gelingt, die Bandhas während deiner Yogapraxis auszuführen, wird dies viele Vorteile haben. Nachfolgend findest du eine Übersicht über einige Wirkungen, die das Ausführen der Bandhas hat:

  • Stimulation der Chakras;
  • stimuliert und stärkt die Beckenbodenmuskeln;
  • stimuliert die Fortpflanzungsorgane;
  • stimuliert die Muskeln im Hüftbereich;
  • stimuliert die Muskeln im Rücken;
  • beruhigt das Nervensystem;
  • stärkt die Organe;
  • stimuliert die Stimmbänder;
  • reguliert die Atmung;
  • reduziert Stress;
  • regt die Blutzirkulation an;
  • Steigerung deiner Lebensenergie.

 

Bandhas praktizieren, für wen?

Das Praktizieren der Bandhas ist für den erfahrenen Yogi geeignet, der sowohl physisch als auch mental gut mit seinem Körper verbunden ist. Wenn du Anfänger im Yoga bist, ist es ratsam, noch nicht mit dem Praktizieren zu beginnen. Das liegt daran, dass es sehr wichtig ist, dass die Verschlüsse auf die richtige Weise ausgeführt werden. Wenn du mit Yoga in die Tiefe gehen und deine Chakras aktivieren möchtest, ist das Praktizieren eine geeignete Methode.

Trotz der vielen Vorteile gibt es auch Kontraindikationen für die Ausführung dieser Verschlüsse. Stelle stets sicher, dass du für die richtigen Informationen einen Experten hinzuziehst.

 

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